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Die Leipziger Ratsfreischule – Neue Dauerausstellung im Schulmuseum

Die Geschichte der Leipziger Ratsfreischule lässt aufhorchen: „Bildung für
alle!“, „Gleiche Bildungschancen für Mädchen und Jungen!“, „Bildung als
Ausweg aus der Armut!“ – mit diesen Aussprüchen wurde sie 1792 in Leipzig
eröffnet. Das Schulmuseum (Goerdelerring 20) lädt mit seiner neuen
Dauerausstellung dazu ein, auf Entdeckungsreise zu gehen und die
Besonderheiten der Ratsfreischule kennenzulernen.

Die Ratsfreischule war die erste städtische Schule für Jungen und Mädchen
mittelloser Eltern und eine Sensation, denn vor ihrer Gründung gab es in
Leipzig keine öffentlichen Bildungsangebote für Mädchen und Kinder aus
„einfachen Verhältnissen“. Der Unterricht ohne Pflicht zum Schulgeld war
ein Schritt zur Bildungsgerechtigkeit. Doch nicht nur in sozialer Hinsicht
war die Ratsfreischule ein Novum. Auch was die Gestaltung des Unterrichts
betraf, ging man hier neue Wege. Neben Rechnen, Schreiben, Lesen standen
auch für die damalige Zeit moderne und praxisorientierte Fächer wie
Naturgeschichte, Erdbeschreibung (für Jungen) oder Sittenlehre (für
Mädchen) auf dem Lehrplan. Innovative Lehrmittel, insbesondere die so
genannte Lesemaschine, welche bis Mitte des 19. Jahrhundert ein
Exportschlager für ganz Europa wurde, sollten den Kindern das Lernen
erleichtern.

Die Ausstellung im Schulmuseum zeigt überwiegend Bildmaterial und
beschreibt die Geschichte der Schule. Wer mag, kann sich auch an
Kurrentschrift auf Schiefertafeln probieren.

„Die Ratsfreischule war ein herausragendes Beispiel für bürgerschaftliches
Engagement, um Bildung zu fördern. Auch wenn unsere Schulen heute in
Landesträgerschaft sind, so unterstützt die Kommune die Schulen und die
Familien bei ihren aktuellen Herausforderungen und Anliegen. Ob es die
Öffnung von Schulhöfen, die Digitalisierung oder der Wunsch nach
vielfältigen Lernformen ist: Innovative Lösungen setzen wir gemeinsam mit
den Schulen um. Mit der Etablierung der Gemeinschaftsschule bringt Leipzig
heute wie damals mit der Ratsfreischule ein zusätzliches Bildungsangebot an
den Start“, so Schulbürgermeisterin Vicki Felthaus.

Die Ratsfreischule wurde in ehemaligen Mannschaftsunterkünften neben der
Pleißenburg eingerichtet. Die anliegende Gasse erhielt den Namen
Schulgasse, ab 1876 Schulstraße und seit 2000 Ratsfreischulstraße. Am
Dittrichring erinnert heute ein Denkmal an die ersten beiden Direktoren
Karl Gottlieb Plato (1757-1833) und Johann Christian Dolz (1769-1843). +++

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